die unsichtbare frau

Frau Frank

feucht schimmerte die hilflosigkeit noch auf ihrem gesicht, als wir uns in der rabenschwarzen nacht im abschied wiegten. eine umarmung, die ausdruck einer tiefen freundschaften sein könnte.
doch als ich mich umdrehte, meine schritte richtung heimat lenkte, da blieb die wohlige verbundenheit, die euphorie handgreiflich beschworner freundschaftsschwüre aus. zu hause konnte ich mich kaum noch an das gespräch erinnern, so seltsam fern schien mir das wesen dieser frau.

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Sommer Sprossen

von Herrn Paulsen

„Frauen haben in der Küche nichts verloren“, sagte der Souschef.
„Die nerven nur, sind ständig beleidigt, können keine schweren Töpfe tragen und sind mindestens einmal im Monat für eine Woche schlecht gelaunt“, wusste der Poissonnier.
„Taugen höchstens zum Pralinendrehen, die Weiber“, seufzte der Rotisseur.
„Frauen sind eine Bereicherung für jede Küche, sie fördern den freundlichen Umgang miteinander, sorgen für Ausgeglichenheit, Esprit und sprachliche Umgangsformen jenseits des Neandertals“, erklärte Monsieur der Testosteron-Talkrunde und stellte Carol ein.
„Um als Frau in diesem Beruf bestehen zu können, muss man ein Drache sein. Ich bin ein Drache“, sagte Carol, schüttelte mir die Hand und warf ihren Messerkoffer auf den Posten.

Carol war winzig.
Sie schien in ihrer gestärkten Kochuniform zu versinken. Konturlos, wie eine Schildkröte im viel zu großen Panzer. Ihre Schürze berührte den Boden, beim Gehen waren nur die Rundungen ihrer kleinen, blauen Kinderschuhe zu sehen. Ihre hohe, flirrende Sirenenstimme krähte kurze Befehle aus dem weißen Jackenhügelchen.

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