14 (rückblickend ist es ein wenig beängstigend)
Ich bin vierzehn, es ist Sommer. Die Schulferien sind gerade vorbei. Ich komme in die 9. Klasse. Ich mag meine Schule nicht. Ich habe Probleme mit dem Mathelehrer, dem Lateinlehrer und der Französischlehrerin. Susanne, Verena, Brigitte und ich bilden eine Notgemeinschaft. Wir hängen miteinander rum, und wenn es hart auf hart kommt, dann lassen sie mich hängen. Ich kenne das schon aus der 6. oder 7. Klasse, als mich ein Junge öfter mal in der Pause verprügelt hat. Alle haben es gesehen, keiner hat mir geholfen. Ich bin 14, es ist Sommer, ich denke nicht mehr daran, daß ich mal ein Underdog gewesen bin, ich bin froh genug, jetzt nur noch ein Außenseiter zu sein, und viele Jahre später, wenn ich doppelt so alt sein werde, werde ich mich an die Prügel und das Wegsehen erinnern und denken, daß es keine bessere Schule hätte geben können. Fürs Leben.
3 Kommentare
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Kleines, aber feines Stück von Fragmente, über die Zeit, als sie 14 Jahre alt war. Eine, wie ich aus eigener Erinnerung noch gut weiß, teils schreckliche, teils spannende, teils wunderschöne Zeit. Ihre Erinnerungen hält Fragmente mit einfachen aber eindringlichen Worten fest. Spannend und schön gleichzeitig.
Kommentar von Don Dahlmann — 12.03.2006, 16:48 #
Erste Sahne ist dieses Stück von Fragmente!
Beim Lesen fühlt man sich in die eigene Pubertät zurückgesetzt.
Kommentar von Claudia — 13.03.2006, 15:12 #
Wirklich schön geschrieben. Ich erinnere mich kaum noch an Erlebnisse mit 14, es ist irgendwie in einem Nebel untergegangen. Du scheinst aber die Details noch gut zu kennen…
Kommentar von Frankie — 19.03.2006, 08:38 #