Der Leicafritze

Von merlix 🏛️

Auf dem Weg zu einer literarischen Veranstaltung lief ich noch ein wenig durch den mir eher unbekannten Hamburger Stadtteil Hasselbrook. Ich hatte eine gerade erworbene Kamera um den Hals und sah mich nach Motiven um, als mich ein älterer Mann ansprach. Ich habe bisher immer gedacht, daß man in Hamburg nur von Fremden angesprochen wird, wenn man einen Hund (”Süß!”) dabeihat, der nicht gerade irgendwo hinmacht, oder auch ein Kleinkind (”Süß!”), das nicht gerade schreit. Seit kurzer Zeit weiß ich, daß man auch angesprochen wird, wenn man eine Kamera dabei hat, die ein wenig so aussieht, als wäre sie ein Profigerät (was sie allerdings in Wahrheit durchaus nicht ist). Seltsam oft kommen Fremde auf mich zu und fragen nach den technischen Daten der Kamera oder nach der aktuellen Motivwahl, nach dem Preis und nach Markenvergleichen. Ich kann die Fragen nicht beantworten, da ich mir solche Daten nie merke, abgesehen vom Preis, aber man kommt doch ins Gespräch. Die Stadt ist anscheinend voller Hobbyphotographen mit Austauschbedürfnis. Alleinstehende sollten sich eine möglichst große Kamera kaufen und suchend gucken. Der Rest ergibt sich, nehme ich an.

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1 Kommentar

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  1. merlix las die geschichte auf der letzten bloggerlesung in hamburg auf der ich leider etwas zu spät eintraf und herrn merlix leider verpasste. mir wurde aber zugetragen, dass die geschichte für etliche feuchte augen sorgte. in der tat, eine kleine tieftraurige geschichte, nüchtern distanziert erzählt wie ich es mag. fast noch bewegender fand ich aber die geschichte die er im anschluss las, Selbstbild, Fremdbild, Rock’n Roll womit ix in diesem epicoralen rahmen gleich zwei fliegen, frei nach rudi carells vater („Das Publikum muss zweimal am Abend weinen. Die Leute wollen nicht nur lachen, die wollen auch gerührt sein.“) mit einer klappe schlagen kann. zumal man sich das ganze auch noch von herrn merlix vorgetragen (mehr davon) anhören kann.

    und wer gerade beim zuhören ist, kann sich eigentlich auch gleich noch den herrn paulsen mit dieser geschichte anhören. und all die anderen natürlich auch.

    Kommentar von ix — 13.05.2006, 22:47 #

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