27 going on 17
Sie hieß Rebecca. Becky. So nannten sie die Mädchen in ihrer Clique, Betonung auf dem „y”: Beck-yyy. Ich sah sie zum ersten Mal, als ich vor den Kunsträumen darauf wartete, mich in einer weiteren Malstunde gegen meine Unkreativität zu wehren. Beck-yyy war sehr kreativ. Sie hatte sich ihr Bett selbst gezimmert, das Kopfende mit Industrieschaum besprüht und blau lackiert. Aber davon hörte ich erst, als mir längst klar war, wie fantastisch Beck-yyy war.
Sie war eine Stufe unter mir (mein einziger Triumph!), hatte hüftlange, gewellte braune Haare, die sie in der Mitte scheitelte und eine Nase wie ein winziges, auf den Kopf gestelltes Komma. Als sie an diesem Tag an mir vorbeiging trug sie, und ich kann nicht glauben, dass ich mich daran erinnere, aber ich erinnere mich: einen langen Hippierock, einen Ledermantel mit Pelzkragen, sie war barfuß. Ich war hingerissen.
1 Kommentar
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Von Spurced wollte ich schon einige Sachen hier mal reinstellen, aber die Geschichte trifft ihre Art zu schrieben wirklich bestens. Ich mag die ironische Selbstdistanz, die kleinen, sehr hübschen Details, die einen aber trotzdem das Bild selbst gestalten lassen. Und außerdem scheint es der erste Text zu sein, der genau darüber berichtet, was im Kopf einer Frau vor sich geht, wenn sie Schuhe kauft.
Kommentar von Don Dahlmann — 30.08.2006, 14:24 #